{"id":2037,"date":"2017-07-12T19:06:20","date_gmt":"2017-07-12T17:06:20","guid":{"rendered":"http:\/\/expedition-8.com\/?p=2037"},"modified":"2017-07-12T19:09:55","modified_gmt":"2017-07-12T17:09:55","slug":"wie-hr-unternehmerischer-wird-oder-7-steps-to-get-the-seat-at-the-table","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/expedition-8.com\/en\/2017\/07\/12\/wie-hr-unternehmerischer-wird-oder-7-steps-to-get-the-seat-at-the-table\/","title":{"rendered":"Wie HR unternehmerischer wird oder \u201c7 steps to get the seat at the table\u201d"},"content":{"rendered":"<p>Wenn ich an Konferenzen oder anderen Treffen mit HR-Kollegen teilnehme, treffe ich immer wieder auf eine Mischung aus Entt\u00e4uschung und Beleidigtsein, dass HR nicht ausreichend wertgesch\u00e4tzt wird, obwohl die Mitarbeiter doch der wichtigste Erfolgsfaktor des Unternehmens sind. Engagement, Leadership und Employer Branding sind in aller Munde und gelten als die Bereiche, auf die Unternehmen und insbesondere das Top-Management besonders achten m\u00fcssen. <!--more-->Gleichzeitig k\u00f6nnen weder wichtige Talente im Unternehmen gehalten noch die richtigen Talente gefunden werden, die dringend gebraucht werden, um die Herausforderung der Digitalisierung und all der anderen m\u00e4chtigen Ver\u00e4nderungen meistern zu k\u00f6nnen. Irgendetwas passt hier also nicht zusammen. Die Verzweiflung der HR-Manager kulminiert in der Phrase vom \u201eseat at the table\u201c, den HR gern h\u00e4tte, den die CEOs aber allzu oft nicht bereit sind, herzugeben. Vielmehr finden Artikel wie <a href=\"https:\/\/www.pinsight.com\/blog\/90\/why-we-still-hate-hr-even-after-10-years\">\u201eWhy we still hate HR\u201c<\/a> \u00a0 breite Zustimmung. Zumindest hier kann ich die Entt\u00e4uschung verstehen, denn wer h\u00e4ngt sich schon gern in so richtig in seinen Job rein, wenn die R\u00fcckmeldung Verachtung ist.<\/p>\n<p>Den besten Rat in dieser Angelegenheit habe ich noch von einem Chief People Officer eines gro\u00dfen Chemiekonzerns geh\u00f6rt, der der versammelten HR-Community im Auditorium mit auf den Weg gab: \u201eWenn Sie keine Einladung an den Tisch erhalten haben, stellen Sie sich einfach dazu und fragen, was es zu essen gibt\u201c. Das kann man nat\u00fcrlich versuchen, aber die Erfolgsaussichten halte ich dann doch f\u00fcr \u00fcberschaubar.<\/p>\n<p>Wenn man es richtig angeht, schafft man es, dass der CEO von sich aus fragt, \u201eWo ist eigentlich HR\u201c und mit seiner Agenda nicht startet, bevor diese unternehmenskritische Funktion mit am ber\u00fchmten Tisch sitzt. Um das zu erreichen, muss HR allerdings viel unternehmerischer denken als bisher. Mit diesen Schritten kommen Sie dahin:<\/p>\n<ol>\n<li>Starten Sie bei der <strong>Business-Strategie<\/strong> und \u00fcberlegen Sie, was Sie als Unternehmen erreichen wollen und wie Sie erfolgreich im Wettbewerb bestehen wollen. Das ist gar keine klassische HR-Frage, aber es ist essentiell f\u00fcr jeden HR-Manager, genau diesen Punkt zu verstehen. Fragen Sie Ihren CEO, der eine \u00fcberzeugende Antwort haben sollte. Falls nicht, stellen Sie ihm in diesem Moment genau die richtige Frage. Ein gutes Buch ist hier \u00fcbrigens die <a href=\"https:\/\/www.blueoceanstrategy.com\/book\/\">\u201eBlue Ocean Strategy\u201c<\/a> von Chan Kim und Mauborgne.<br \/>\n.<\/li>\n<li>Diskutieren Sie im Top-Management, welche <strong>strategischen F\u00e4higkeiten<\/strong> (oder strategic capabilities) die Organisation braucht, um die strategischen Ziele aus Punkt 1 zu erreichen und die auch nicht ohne Weiteres durch Wettbewerber kopiert werden k\u00f6nnen. Wir sind hier noch nicht auf der Ebene, was Mitarbeiter k\u00f6nnen m\u00fcssen sondern auf einem organisationalen Level. Bekannte Beispiele sind die herausragenden logistischen F\u00e4higkeiten von Amazon (\u201esame day delivery\u201c) oder Googles F\u00e4higkeiten, gro\u00dfe Datenmengen intelligent zu verkn\u00fcpfen und darauf aufbauend individuell passende Werbung zu platzieren. Leider haben viele HR-Manager kein ausreichendes Verst\u00e4ndnis, wie das Gesch\u00e4ftsmodell des eigenen Unternehmens eigentlich genau funktioniert \u2013 das brauchen sie aber.<br \/>\n.<\/li>\n<li>Erst jetzt kommen wir zur Kernkompetenz von HR: leiten Sie ab, welches <strong>Talent Portfolio<\/strong> das Unternehmen braucht, um die strategischen F\u00e4higkeiten aufzubauen und zu sichern. Die Frage hier ist, welche Jobs und Rollen zuk\u00fcnftig gebraucht werden und wer die \u201erichtigen\u201c Mitarbeiter der Organisation sind.Das Beispiel Bosch zeigt \u00fcbrigens ganz eindrucksvoll, welche Herausforderungen die Digitalisierung f\u00fcr viele Unternehmen mit sich bringt: w\u00e4hrend einerseits tausende Entwickler f\u00fcr das Internet of Things und autonomes Fahren gesucht werden, bangen andernorts langj\u00e4hrige Mitarbeiter der Dieselsparte um ihre Jobs. Die Antwort auf die Frage, wie mit den vielen Mitarbeitern umzugehen ist, die den Wandel nicht so einfach mitmachen k\u00f6nnen, steht noch aus. Das ist wiederum eine Chance f\u00fcr HR.Grunds\u00e4tzlich entscheidend ist aber, die Investitionen in Talent wie ein Investment-Manager zu verstehen: alle Unternehmen haben begrenzte Ressourcen und m\u00fcssen sich entscheiden, wie Zeit und Geld am gewinnbringendsten investiert werden k\u00f6nnen anstatt alle Rollen und Mitarbeiter gleich zu behandeln. Diese Denkweise ist allerdings vielen HR-Managern nicht nur fremd, sie lehnen sie sogar grunds\u00e4tzlich ab \u2013 auch wenn sie \u00fcberlebensnotwendig ist. Die beste Arbeit zu diesem Thema stammt meines Erachtens von Huselid mit <a href=\"https:\/\/hbr.org\/2005\/12\/a-players-or-a-positions-the-strategic-logic-of-workforce-management\">\u201eA-Players for A-Positions\u201c<\/a>.<br \/>\n.<\/li>\n<li>Sind nun die Grundlagen klar, leitet man die <strong>erfolgskritischen Kompetenzen<\/strong> (Knowledge, Skills, Abilities und Attitudes) entsprechend der zuvor definierten Rollen-Priorit\u00e4ten ab. Und das bitte nicht mit den immer noch \u00fcblichen b\u00fcrokratischen Stellenprofilen mit 30+ Anforderungen, die einem aus dem Bauch heraus in den Sinn kommen sondern mittels <a href=\"http:\/\/www.hse.gov.uk\/research\/rrpdf\/rr724.pdf\"><strong>Critical-Incident-Technique<\/strong><\/a>, so, dass HR mit erfahrenen Business-Managern dar\u00fcber spricht, wie sich ihrer Erfahrung nach erfolgreiche Stelleninhaber von weniger erfolgreichen unterscheiden. Das hat neben der inhaltlichen Qualit\u00e4t den Vorteil, dass sich Manager nicht in die Welt von HR hineindenke m\u00fcssen sondern in ihrer Funktion \u201ezu Hause\u201c bleiben und dass man direkt die Verhaltensanker hat, die HR sonst oft so m\u00fchsam (und an der Realit\u00e4t vorbei) suchen muss.<br \/>\n.<\/li>\n<li>Und schon k\u00f6nnen wir mit dem loslegen, was HR eigentlich richtig gut kann und was ich mal als <strong>Manage Talent<\/strong> \u00fcberschreiben w\u00fcrde:\n<ul>\n<li>Die richtigen Mitarbeiter einstellen<\/li>\n<li>Sobald sie an Bord sind, durch angemessenes On-Boarding und permanentes Training daf\u00fcr sorgen, dass die neuen Mitarbeiter erfolgreich sein k\u00f6nnen (wobei HR hier \u201enur\u201c Koordinator und Enabler ist \u2013 das meiste Arbeit liegt bei den F\u00fchrungskr\u00e4ften)<\/li>\n<li>Talente systematisch \u00fcber differenzierte Karrieremodelle entwickeln, um den Erfolg aus Unternehmenssicht zu multiplizieren (ja, auch das passiert nicht aus reiner Menschenliebe)<\/li>\n<li>Durch Succession Planning f\u00fcr die Nachhaltigkeit des Erfolgs sorgen<\/li>\n<li>Mittels Talent Scouting, Potential- und Performance-Assessments sowie Training f\u00fcr den Bestand an Mitarbeitern sorgen (Bestand ist kein sch\u00f6nes Wort, aber hier geht es um die kontinuierliche Pflege des wichtigsten Assets eines Unternehmens)<br \/>\n.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Es ist ein Henne-Ei-Problem und vermutlich muss <strong>Leadership Enablement<\/strong> parallel zu bislang genannten Punkten stattfinden. HR muss die Rolle als Bef\u00e4higer der F\u00fchrungskr\u00e4fte einnehmen, in dem daf\u00fcr gesorgt ist, dass es klare Vereinbarungen zu F\u00fchrungsgrunds\u00e4tzen, Werten und Grundannahmen gibt. Der Schl\u00fcssel zu jeder Ver\u00e4nderung liegt im Mittelmanagement und irgendjemand (= HR) muss daf\u00fcr sorgen, dass es eine gemeinsame Wertebasis sowie das n\u00f6tige Handwerkszeug f\u00fcr gute F\u00fchrung gibt.Teil von Leadership Enablement ist aber auch, Managern zuverl\u00e4ssige Daten f\u00fcr mitarbeiterbezogene Entscheidungen zur Verf\u00fcgung zu stellen und das immer noch weit verbreitete Bauchgef\u00fchl zu abzul\u00f6sen \u2013 ein gro\u00dfes Entwicklungsfeld f\u00fcr HR, das in vielen Organisationen im Argen liegt.<br \/>\n.<\/li>\n<li>Im letzten Schritt sollte HR sich darum k\u00fcmmern, wie in der Organisation eigentlich zusammengearbeitet wird. Dass <strong>Kommunikation und Kollaboration<\/strong> entscheidend f\u00fcr die Unternehmens-Performance sind, ist wahrlich keine neue Erkenntnis \u2013 nur gut gel\u00f6st ist das in vielen Unternehmen immer noch nicht. HR ist als Querschnittsfunktion mit Schnittstellen in alle Unternehmensbereiche geradezu pr\u00e4destiniert, \u00fcber die Verantwortung f\u00fcr das Organisations-Design oder als K\u00fcmmerer f\u00fcr Unternehmenskultur und effektive Zusammenarbeit f\u00fcr eine Verbesserung zu sorgen \u2013 was allerdings auch bedeutet, nimmerm\u00fcder K\u00e4mpfer zu sein und nicht zu schnell aufzugeben.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Solange HR die ersten drei Punkte nicht sicher beherrscht, werden HR-Manager Umsetzer bleiben und nicht aktiv gestalten. Und dabei laufen sie sogar noch Gefahr, die falschen Dinge umzusetzen, was dann letztlich zu der geringen Akzeptanz von HR in vielen Unternehmen f\u00fchrt. Dahinter steht der oft unausgesprochene Eindruck \u201eDie bei HR verstehen uns einfach nicht\u201c. Das d\u00fcrfte auch der Grund sein, warum in vielen Organisationen Chief-HR-Rollen bevorzugt aus dem Business anstatt aus der HR-Organisation besetzt werden. Das muss aber nicht so bleiben.<\/p>\n<p>Je nach Reifegrad der HR-Organisation kann eine Ver\u00e4nderung, HR wie beschrieben unternehmerischer zu machen, eine lange Reise sein. Der konsequente Weg entlang der 7 Schritte kann aber eine Expedition sein, die nach ganz oben f\u00fchrt \u2013 immer anstrengend, manchmal gef\u00e4hrlich und Widrigkeiten durch Wetterwechsel sind nicht auszuschlie\u00dfen. Aber mit dem befriedigenden Ergebnis, den \u201ePlatz am Tisch\u201c bekommen zu haben und dem <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.bergsportler-lockruf-der-berge.b2ab7501-7385-493c-9d13-08cff8c126dd.html\">erf\u00fcllenden R\u00fcckblick<\/a> auf das, was man gemeinsam mit einem Team hat leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>von Alexander G\u00f6ttling &#8211; der Autor verantwortet bei Expedition 8 das Thema HR Management<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich an Konferenzen oder anderen Treffen mit HR-Kollegen teilnehme, treffe ich immer wieder auf eine Mischung aus Entt\u00e4uschung und Beleidigtsein, dass HR nicht ausreichend wertgesch\u00e4tzt wird, obwohl die Mitarbeiter doch der wichtigste Erfolgsfaktor des Unternehmens sind. 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